Ein Kleinod geht verloren

 Die Ploimer Mundart

 

Ich schreib es hier mal so direkt: Mir liegt am Ploimer Dialekt!

Und was für unsere Mundart spricht, das schreib ich hier mal als Gedicht:

 

Von München hinauf nach Bremen, lässt man die Mundart sich nicht nehmen,

darauf sind die Menschen stolz! Die Jugend ist aus andrem Holz!

 

Die Mundart sei doch fürchterlich, nur Hochdeutsch – anders schäm ich mich!

Durch diesen dummen Intellekt, verschwindet unser Dialekt.

 

Kommt heut bei uns ein Kind zur Welt, wird es gleich auf Hochdeutsch eingestellt.

Für Mundart ist es nicht empfänglich: Entweder Hochdeutsch – oder Englisch!

 

So wird die Mundart später mal, wie alte Möbel – rustikal.

Und weil’s im Leben oft so geht, das Ploimer Platt wird Rarität!

 

Dann wird man es in vielen Fällen, noch unter Naturschutz stellen,

zackern, puhlen, Strassel machen, die Scheierdenn – und andre Sachen.

 

Lengwied, Zillscheid, Schlockerfässje, de Dümpel und’s Bachselzegässsje.

Wos sinn denn Äbel, Zwiwwelschlutte, un wos is denn e Zoggerdutte?

 

Sind all die Ausdrück fort, dann wird geforscht von Ort zu Ort.

Professorn komme dann und suche, in jedem Eck, in jeder Fuge.

 

Auch im Labor wird nachgeforscht: Was war die „Blunse“ für e Worscht?

Und was soll „Pätzeme“ nur heißen? So wern sie sich die Köpp zerreißen!

 

Bei „Blitzkeil“ wird die Suche bitter: War das ein Herbstgewitter?

Und koner waß – trotz mords Getös: Das worn nur rohe Grumbirn-Klös!

 

Noch „Maddeplooz“ und „Riwwelkuche“ werd man in alten Büchern suche.

Donn „Häifekläis“ und „Hutzelbrie“ Wor des für’n Mensch – oder wor des für’s Vieh?

 

Bis jetzt ist es noch nicht so weit, wir Alte wisse noch Bescheid!

Die Mundart schmeckt wie alter Wein, schimmert grad wie Edelstein.

 

Kommt so ein Forscher mal ins Ort, da bringen wir den kaum noch fort.

Der redet lang mit alte Leit, ja so ein Forscher hat halt sehr viel Zeit!

 

Bald kann der Letzte schon verstai: Wos ist unsern Dialekt doch sou schai!

 

 

Aus dem Buch „Ploimer Mundart- und Dorfgeschichten“ von Suitbert Kroth, Bearbeitet von Herbert Rachor

 

 

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