Zweieinhalb Kilo Ploimer Geschichte

Neues Buch: Lothar Rollmann dokumentiert Ortsgeschehen

Großostheim-Pflaumheim

Gut 150 Gäste sind gekommen, um bei der Vorstellung des Buchs »Pflaumheim im 20. Jahrhundert - mit Zeiten vorher und danach« von Lothar Rollmann dabei zu sein. Lange hatten viele Pflaumheimer auf »ihr Geschichtsbuch« gewartet, denn die Wurzeln seiner Entstehung gehen weit zurück. Jetzt liegt das Werk unübersehbar auf dem Tisch - zweieinhalb Kilo reich bebilderte Pflaumheimer Geschichte.

 

392 Seiten, zweieinhalb Kilo Kunstdruck: Das Buch über Pflaumheims Geschichte.

Am 21. April 1978, bei seiner letzten Sitzung vor der Eingemeindung, beschloss der Pflaumheimer Gemeinderat einstimmig, einen Betrag von 20 000 Mark für die Fortführung des Heimatbuchs von Josef Schuck festzulegen. Den Vorschlag machte Lothar Rollmann, der damals Gemeindekämmerer war. Josef Schuck, Lehrer und seit 1958 Ehrenbürger Pflaumheims, hatte 1937 sein Werk »Pflaumheim im 19. Jahrhundert« herausgegeben. Es gilt bis heute als eines der wichtigsten Zeugnisse über das Leben im Ort vor 100 Jahren.
»Wir haben eine Arbeitsgemeinschaft aus fünf Leuten gegründet«, erinnert sich Lothar Rollmann. Die erste Idee sei gewesen, Schucks Buch neu zu schreiben. »Doch das war nicht in meinem Sinn. Schucks Buch war das erste seinesgleichen, ich wollte es fortführen«, so der Autor. So hat er im ähnlichen Stil, aber wesentlich ausführlicher und in moderner Aufmachung ein Nachfolgewerk geschaffen, das den Vorgänger immer wieder zitiert und auch seine späteren Schriften einbezieht, ohne dabei Schucks Buch zu ersetzen.
Hans-Bernd Spies, Leiter des Stadt- und Stiftsarchivs, bezeichnet Rollmann als »Autodidakten im positiven Sinn«. Ein Kabinettstück nennt Spies das Kapitel über den Rathausstreit, in dem Rollmann sowohl das historische Rathaus als auch die einzelnen Positionen im Streit darstellt, so dass nachvollziehbar wird, »wie das Schmuckstück vor dem Abrisswahn gerettet wurde«.
Hoch rechnet Spies dem Autor an, dass er die Zeit des Nationalsozialismus ausführlich behandelt habe. »Er hat ein Buch geschrieben, dessen ein Fachhistoriker sich nicht schämen müsste«, lobt Spies die Recherche- und Quellenarbeit.
Rollmann betont, dass diese Publikation für ihn nie ein Prestigeobjekt gewesen sei, sondern eine Last, ein Vermächtnis der Gemeinde Pflaumheim, das er »Gott sei Dank« jetzt eingelöst habe.
Bürgermeister Hans Klug sagte bei der Buchvorstellung, es gebe kaum eine umfassendere Informationsquelle über Pflaumheim als Rollmanns Buch. Er versprach, die Gemeinde werde die Hälfte der Druckkosten übernehmen. Außerdem soll Lothar Rollmann am zweiten Januar den Ehrenbrief der Gemeinde Großostheim erhalten.
Roland Wenzel, ehemaliger Kirchenpfleger, sprach aus, was viele Anwesende empfanden und wurde mit großem Applaus bestätigt: »Buchpräsentationen kommen in Pflaumheim selten vor. Lothar, du hast unser Dorf, unsere Gemeinschaft vorgestellt, alles in Wort und Bild für unsere Nachkommen festgehalten. Herzlichen Dank für deine Mühe und deine Worte!«

Petra Kriechel

 

Geschichtsträchtiger Moment: Autor Lothar Rollmann (Zweiter von rechts) übergibt die ersten Exemplare seines Buchs »Pflaumheim im 20. Jahrhundert« an (von links) den Geschichtsvereinsvorsitzenden Robert Hock, Großostheims Bürgermeister Hans Klug und den Leiter des Stadt- und Stiftsarchivs Aschaffenburg, Hans-Bernd Spies.

Foto: Petra Kriechel

Zum Buch: Pflaumheim

Für sein Werk »Pflaumheim in 20. Jahrhundert« hat Lothar Rollmann über 100 Jahre Heimatgeschichte zusammengetragen. Auf 392 Seiten widmet er sich allen Facetten des Dorfgeschehens und stellt lokale Persönlichkeiten des letzten Jahrhunderts bis heute vor. Der Autor belegt seine Texte präzise durch Quellenangaben, Daten, Bilder, Karten und Zahlen. Mit Erklärungen zur deutschen Geschichte ordnet Rollmann die Geschehnisse in Pflaumheim in die jeweilige Zeit ein.

Das Buch erscheint in einer Auflage von 1500 Stück. Der Subskriptionspreis bis zur Jahres-Hauptversammlung am 26.1.2011 beträgt 32, danach kostet das Buch 35 Euro. Herausgeber ist der Geschichtsverein Pflaumheim. Die Gestaltung haben der gebürtige Pflaumheimer Gerhard Braun und Sabine Lutz übernommen. (pkr)

Zur Person: Lothar Rollmann

Lothar Rollmann wurde 1929 in Pflaumheim geboren. Von 1936 bis 1943 besuchte er die örtliche Volksschule, danach machte er eine Schneiderlehre und arbeitete in der Heimschneiderei. 1959 wechselte er seinen Beruf und wurde Angestellter in der Gemeindeverwaltung Pflaumheim, später in der Verwaltung des Markts Großostheim, wo er bis zum Ruhestand 1992 blieb. Sein Interesse für die Heimatgeschichte entwickelte sich aus seiner Tätigkeit als örtlicher Berichterstatter seit 1955 - unter anderem arbeitet er für unsere Zeitung.

Lothar Rollmann ist Verfasser und Mitautor zahlreicher heimatgeschichtlicher Festschriften. 2006 initiierte er die Gründung des Geschichtsvereins Pflaumheim, bei dem er bis 2008 Vorsitzender war und seitdem Ehrenvorsitzender ist. (pkr)

 

Quelle: Main Echo Aschaffenburg vom 24.12.2010

Bearbeitet von Herbert Rachor

 

 Leseprobe: Pflaumheim im 20. Jahrhundert, hier klicken (download 4,5 kb)

 
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Dienstag, 14. Dezember 2010 um 17:32 Uhr
Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 14. Dezember 2010 um 17:37 Uhr
 
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