Pflaumheim im Bachgau

 

Ploimer Bürgermeister

Die letzten acht Bürgermeister der bis zum 30. April 1972 selbständigen Gemeinde Pflaumheim sind im Bild festgehalten:

 

 

Augustin Rachor (1747 – 1928), Schreinermeister, wohnhaft Breitfeldstraße 12, Bürgermeister von 1903 bis 1911. Der Vater Rachors (geboren in Hausen im Spessart) hatte 1838 des Schuler – Bäckers Tochter Appolonia geheiratet. Zu seiner Zeit wurde ein Schulhaus an der Kirchtreppe errichtet, ferner fielen die Hauptarbeiten des Bahnbaues in seine Amtszeit.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Georg Kreß (1859 – 1931), Steinbruchbesitzer und Bauer, wohnhaft Pflaumbachstraße 2, Bürgermeister von 1912 – 1924. In seine Dienstzeit fallen die schweren Jahre des Ersten Weltkrieges und die der Zwangswirtschaft.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Georg Christian Peter (1874 – 1951,) Müllermeister und Bauer, wohnhaft Am Mühlberg 15, Bürgermeister von 1925 – April 1933, nachdem er schon vorher für den erkrankten Bürgermeister Kreß das Amt versehen hatte. Bei der nationalen Revulution 1933 erklärte er seinen Rücktritt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Albert Rachor (1880 – 1961), Schneidermeister, wohnhaft Schuckstraße 9, Bürgermeister von April 1933 – Juli 1935 wo er seinen Rücktritt aus „gesundheitlichen Gründen“ erklärte. Er war ein Neffe von Augustin Rachor.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

August Stegmann (1884 – 1959), Kaufmann, wohnhaft Rathausstraße 13, Bürgermeister von Juli 1935 – April 1945.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gabriel Schadt (1882 – 1948), Schmiedemeister und Landwirt, wohnhaft Rathhausstraße 23, Bürgermeister von April 1945 – Mai 1948. Schadt wurde nach dem Einzug der Amerikaner auf einer von 36 Nichtparteigenossen besuchten Bürgerversammlung im Gasthaus Hock mit 25 gegen 11 Stimmen zum 1. Bürgermeister gewählt. Es waren die schweren Nachkriegszeiten mit der Unterbringung der Heimatvertriebenen und Flüchtlingen und der damit verbundenen großen Wohnungsnot. Pflaumheim mit 1625 Einwohnern zu Beginn des Jahres 1946 wuchs bis Dezember 1946 auf 1969 Personen. Davon waren 521 Personen Heimatvertriebene und Evakuierte.

 

 

 

 

 

 

 

Gustav Peter (1904 – 1962), Schneider, wohnhaft Rathausstraße 10, Bürgermeister von Mai 1948 – bis zu seinem Tod im Februar 1962. Die Amtszeit von Peter begann mit einer einschneideten Zäsur: die Währungsreform am 20.06.1948. Große Verdienste erwarb er sich mit dem Bau der ersten Wasserleitung in Pflaumheim in den Jahren 1953/54. Noch in die Zeit als Bürgermeister fallen die Planungen zum Schulhausbau am St.-Luzia Weg und der Beginn der Baumaßnahme.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gottfried Hock ( 1910 – 1984), Schuhmachermeister und Kaufmann, wohnhaft Großostheimer Straße 4, Bürgermeister von Mai 1962 bis 30. April 1972, dem Tag der Eingliederung der Gemeinde Pflaumheim nach Großostheim. In seinen Jahren als Bürgermeister beginnen die Finanzen anzusteigen, die Finanzzuweisungen des Staates werden reichlicher. Das Bild der Gemeinde beginnt sich zu verändern. Neue Baugebiete werden ausgewiesen, die Straßen werden fast restlos mit Teerdecken versehen, die Kanalisatin wurde ausgebaut. Die Schule am St. Luzia Weg wurde um den zweiten Bauabschnitt erweitert, eine große Sporthalle vervollkommnete den gesamten Komplex. Ein zweiter Friedhof wurde angelegt und ein Leichenhaus gebaut, die Feuerwehr erhielt ein eigenes Gebäude.

 

 

 

 

 

 

 

Lothar Rollmann, Herbert Rachor

 

Ploimer Wappen

Wappen der Gemeinde Pflaumheim

Auf Antrag der Gemeinde Pflaumheim erteilt das Bayerische Staatsministerium des Innern, nach Anhörung der Generaldirektion der staatlichen Archive Bayerns, gemäß Art. 4 Abs. 1 Satz 2 Gemeindeordnung, mit Entschließung vom 26. August 1958 Nr. X B 1 - 3000/29 P 5 seine Zustimmung zur Annahme eines Wappens.

 

 

Die Wappenbeschreibung lautet: In Rot unter einem sechsspeichigen silbernem Rad eine silberne Mauer

mit Tor und zwei Schießscharten, im offenen Tor schwebend eine geöffnete silberne Schere.

 
 
Der Generaldirektor der staatlichen Archive Bayerns formuliert mit Schreiben vom 21. April 1958 zum Wappen der Gemeinde Pflaum­heim folgende Beschreibung:
 
„Das Wappen geht auf die besonderen Wünsche des Gemeinderats zurück. Nach mehrfacher Beratung der Gemeinde durch die Fachbehörde sind die gemeindlichen Wünsche nunmehr mit den heraldischen Erfordernissen in Einklang gebracht worden. Die Mauer versinnbildet den Rest der schon 1575 bezeugten Wehrmauer des Dorfes. Das sechsspeichige Rad und die Farbgebung des neuen Gemeindewappens sind dem Wahrzeichen des ehemaligen Kurstaates Mainz entnommen. Dieser übte jahr­hundertelang die Territorialhoheit aus, war hauptsächlicher Grundherr und besaß zwei Drittel des großen Zehntes. Das kurmainzische Wappen schmückt noch heute den Rest der Dorfmauer.
 
Die Schere verdeutlicht die heutige wirtschaftliche Bedeutung der Gemeinde. An die Stelle des früher wichtigen Steinmetzgewerbes ist die Konfektions­schneiderei getreten. Um 1870 setzte die Heimarbeit für die Frankfurter Mode­industrie ein, heute arbeiten im Dorf über 100 Schneiderwerkstätten, viele Einwohner finden ihr Brot in den Aschaffenburger Kleiderfabriken. Das Schneider­handwerk hat, wie der Gemeinderat betont, den Wohlstand ins Dorf gebracht.

Text: Lothar Rollmann, bearbeitet von Herbert Rachor

 
 


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