Nächste Papiersammlung am 10. und 11. Juli 2026

 

 

 

 

Nicht vergessen: Die nächste Papiersammlung des Geschichtsvereins Pflaumheim findet schon bald wieder statt. Der nächste Termin ist Freitag, 10.07., 15.00 bis 18.00 Uhr und Samstag, 11.07., 10.00 bis 14.00 Uhr. Wie zuvor werden Zeitungen, Zeitschriften und Kartonagen auf dem Sportplatz in Pflaumheim als zentrale Abgabestelle angenommen. Zu diesen Zeiten ist immer ein Vereinsmitglied anwesend, eine Haustürabholung ist leider nicht möglich. Sammeln Sie bitte weiter eifrig Papierabfall, der einen wertvoller Rohstoff für die zweite Verwendung darstellt! Damit tun Sie etwas für die Umwelt und unterstützen gleichzeitig den Geschichtsverein Pflaumheim.

Ermöglicht wird diese Aktion durch die Zusammenarbeit des Geschichtsvereins Pflaumheim 2006 e,V. als durchführende Organisation mit dem TSV Pflaumheim, der den Stellplatz für den Sammelcontainer auf dem Sportplatz Pflaumheim zur Verfügung stellt; vielen Dank dafür.

 

 

Urban Sketching in Pflaumheim

 

 

 

Im Rahmen des Veranstaltungsprogramms zum 20-jährigen Jubiläum des Geschichtsvereins Pflaumheim 2006 e. V., fand am 14.06. und 27.06. Urban Sketching im Altort von Pflaumheim statt.

Außer den bisherigen insgesamt 15 TeilnehmerInnen, stehen weitere Anmeldungen bereits auf der Warteliste. Fortsetzungsveranstaltungen wurden ebenfalls angefragt. Petra Stripp-Scheuring, die die Idee zu den Veranstaltungen hatte, und vom Interesse daran überwältigt ist, macht sich bereits Gedanken über weitere Angebote, die dann wie bisher über das Führungsnetz Bachgau, die lokale Presse und soziale Medien bekannt gemacht werden.

 

Doch um was geht es bei Urban Sketching überhaupt? Hauptmerkmal ist dabei das Zeichnen vor Ort, im Freien, daher auch der Begriff FreiZeichnen. Da es um die Seele des Motivs geht und der Spaß an der eigenen Kreativität im Vordergrund steht, sind Vorkenntnisse nicht erforderlich. Die Rückseite eines Bierdeckels und ein Stift sind ausreichend. So kann überall spontan damit begonnen werden.

Urban Sketching trägt zur Entspannung bei und ist eine Methode, ganz nebenbei die Achtsamkeit zu verstärken. Beim Zeichnen werden Details entdeckt, an denen man zuvor 1000-mal vorbeigegangen ist, ohne darauf aufmerksam zu werden. Solche Momente gab es mehrmals während beider Veranstaltungen und waren Auslöser für angeregte Gespräche. In unserem Fall wurde der Fokus besonders auf Motive der Pflaumheimer Ortsgeschichte gelegt. Jedenfalls gibt es jetzt ein paar Personen mehr, die den 1200-Jahr-Pfeiler „lesen“ können. Entsprechende Literatur kann beim Geschichtsverein Pflaumheim erworben werden.

 

Ein paar Zeichen-Experimente durften nicht fehlen und die Überraschung über die Ergebnisse auf dem Papier war groß. Zusätzlich gab es noch Tipps zur Gestaltung.

Positives Feedback gab es auch bzgl. des eingesetzten Materials, sei es das Papier in speziell angefertigten sog. Skizzenbüchern oder auch die Stifte, z. B. Buntstifte mit mehrfarbigen Minen.

Die 3,5 Stunden vergingen wie im Flug. Alle hatten viel Spaß, die Stimmung war gelöst, die Zufriedenheit über die entstandenen Kunstwerke und die Motivation daranzubleiben groß.

Es wird nicht alles in diesem Artikel verraten, denn ein paar Überraschungen soll es auch noch für künftige TeilnehmerInnen geben.

Behalten Sie auch weiterhin das diesjährige Jubiläumsprogramm des Geschichtsvereins Pflaumheim 2006 e. V. im Auge. Wir freuen uns auf Sie.

 

 

Petra Stripp-Scheuring

 

 

 

Buchgeschenk an Viertklässler der Luzia-Grundschule

 

In diesem Jahr feiert der Geschichtsverein Pflaumheim 2006 e.V. sein 20jähriges Bestehen und feiert dieses Jubiläum mit verschiedenen Veranstaltungen und Aktionen.

Am 19.06.2026 stand die Übergabe des Buches „Pflaumheim im 20. Jahrhundert“ von Lothar Rollmann an die 23 Schülerinnen und Schüler der vierten  Pflaumheimer Grundschulklasse auf dem Programm, bevor im kommenden Schuljahr diese Kinder ihre Schullaufbahn in einer weiterführenden Schule in Großostheim oder Aschaffenburg fortsetzen.

 

Nach längerer Vorbereitung mit heimatkundlichem Schwerpunkt im Unterricht durch die Klassenlehrerin Frau Väth besuchten am 19.06.2026 drei Vorstandsmitglieder die Klasse. Frau Väth hatte ein Quiz vorbereitet, bei dem Fragen auf dem Tablet beantwortet werden mussten, beispielsweise wie hoch die Dorfmauer in Pflaumheim war oder zum Pflaumheimer Alten Rathaus. Die beiden Schnellsten erhielten von ihrer Lehrerin einen kleinen Preis. Anschließend erhielten alle Kinder ein Exemplar des oben genannten Buches mit Widmung und erhielten vom 1. Vorsitzenden Wolfgang Krug eine kurze Vorstellung des Inhalts. Anhand des Themas „Schule“ wurde das entsprechende Kapitel besprochen und einzelne Gesichtspunkte genauer behandelt. Alle waren mit Feuereifer dabei und stellten viele gut überlegte, kluge Fragen, die sogleich mit Hilfe ihres eigenen Buchs oder direkt durch die anwesenden Vereinsmitglieder beantwortet wurden. Die Fragen gingen schnell über das ursprüngliche Thema hinaus und betrafen unterschiedlichste Lebensbereiche unserer Vorfahren.

 In diesem Zusammenhang wurde auf die Ferienspiele hingewiesen, die am 22.08.2026 vom Geschichtsverein Pflaumheim ausgerichtet werden, diesmal geht es um die Zeit der Völkerwanderung. Erstmals wird dann auch die Broschüre „Rabea Rabenfeder, eine Zeitreise in den Bachgau“ vorgestellt und verteilt.

 Die zwei Unterrichtsstunden vergingen wie im Fluge und zeigten, wie groß das Interesse der jungen Menschen an der Vergangenheit ist, vor allem die Veränderungen im Alltag, aber auch größere Zusammenhänge betreffend

 

Text: Karin Ming

Bild: Petra Stripp-Scheuring

 

Flurwanderung 2025

 

Am Sonntag nach der Umstellung von Sommer- auf Winterzeit trafen sich bei windigem bis stürmischem Wetter 16 an Heimatgeschichte interessierte Menschen aus Pflaumheim und Wenigumstadt. Ihr Ziel: unter der seit 2017 bewährten Führung von Rudolf Ostheimer, der erstmals von dem Feldgeschworenen Gerald Sauerwein begleitet wurde, viel zu erfahren über den Grenzverlauf der Pflaumheimer Gemarkung, Flurnamen, die Bedeutung des Ehrenamts der Feldgeschworenen auch in Zeiten der Digitalisierung, die Flurbereinigung 1956/57, Hohlwege und vieles mehr.

 

 Die Wanderung führte durch den Schindgraben zur Annakapelle, von dort zur Wendelinuskapelle und ein Stück darüber hinaus, bergauf und bergab, über geschotterte und unbefestigte Wege, frisch gepflügte Felder und über Wiesen und leere Koppeln. Immer wieder pausierte die Gruppe, um Grenzsteine mit Ortszeichen und Jahreszahlen in Augenschein zu nehmen und zu hören, warum in den letzten Jahrzehnten Grenzsteine komplett verschwanden. Zudem erzählte Rudolf von arbeitsintensiven Zeiten vor und nach der Flurbereinigung, die er als Kind in einer Bauernfamilie hautnah miterlebte. Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzten die Zusammenkunft wie immer zum persönlichen Austausch in angeregten Gesprächen.

 

Den Abschluss der Tour bildete die Ansicht des Dreimärkers, der das Zusammentreffen der Gemarkungsgrenzen von Pflaumheim, Großostheim und Niedernberg aufzeigt, Von dort aus soll im kommenden Jahr die Begehung der Pflaumheimer Gemarkungsgrenze fortgesetzt werden, wieder entlang der Grenzsteine, die so viel über vergangene Zeiten berichten können.

 

 

Text: Karin Ming 

 

 

Die Zahn – eine Familie im / aus dem Bachgau

 

„Kein anderer Name Pflaumheims hat sich durch fast sechs Jahrhunderte so gut erhalten und so verbreitet als Zahn“ – das schreibt der Hauptlehrer und Heimatforscher Josef Schuck (1893-1967) in seinem Buch „Pflaumheim im Bachgau“ von 1937.

Die Familie Zahn ist mit der Geschichte und den anderen Familien des Bachgau eng verbunden.  In Pflaumheim blieben nach dem 30jährigen Krieg (1618-1648) nur die Namen: Zahn, Knecht, Petermann und Hock als Familiennamen. Josef Schuck verweist auf die erste urkundliche Erwähnung 1360, des „Pedir Zan und Gudel“ aus Ringenheim. 1390 auch die erste Erwähnung aus Pflaumheim.

Der Cent Bachgau ist eine historische Region südwestlich von Aschaffenburg und Teil des Maingaues und bereits in der vorgeschichtlichen Zeit besiedelt.

         

Abb. 1:  Kupferstich von Nikolaus Person (1695)

 

Wenngleich man den Familiennamen „Zahn“ heute in ganz Deutschland finden kann, gibt nach „GenWiki“ die größte Präsenz des Namens am bayrischen Untermain und im Rhein/Main-Rhein/Neckar Gebiet. Relativ betrachtet gibt es auch im Raum Nürnberg / Fichtelgebirge und Großraum Mainz noch zahlreiche Zahn Familien.

Außerhalb Deutschlands ist der Name in vielen Ländern aber vor allem in den USA, in Frankreich und in der Schweiz zu finden.

Abb. 2:     GenWiki - Zahn (Familienname)

       wiki-de.genealogy.net/Zahn

Es kann angenommen werden, dass der Name aus dem deutschen Sprachraum stammt und sich an verschiedenen Orten parallel entwickelt hat. Insbesondere in der Zeit von 1900 – 1940 gab es Familienforschung in einigen Familien Zahn und viele können ihren Stammbaum bis ins 16. und 17. Jahrhundert zurückverfolgen. In manchen Fällen kann man Verbindungen zum Bachgau herstellen.

Der Familienname „Zahn“ in Deutschland

Bereits zum Ende des 19. Jahrhunderts haben sich Familienforscher mit dem Familiennamen „Zahn“ und den dazugehörigen Stammbäumen beschäftigt. Für die Familien Zahn aus dem Bachgau waren dies Karl Zahn aus Essen (1883-1950), Franz-Jakob Zahn aus Seligenstadt (1863-1928) und sein Enkel Alphons Zahn aus Seligenstadt (1925-2014).

Bekannte Familienforscher aus anderen Linien der Familien Zahn sind:

Dr. Adolph Zahn und Theodor Zahn, Bürgermeister von Erfurt mit der Schrift:

„Die Familie Zahn aus Greussen im Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen“

aus den Jahren 1881 und 1899, sowie Ing. Fritz Zahn, aus Nürnberg mit dem Buch „Die Bernecker Linie Zahn“ im Jahr 1935.

 

Die Linie in Greussen beginnt mit Nicolaus Zahn, ca. 1640. Vorher ist der Name in der Region nicht bekannt. Die Linie „Bad Berneck / Fichtelgebirge“ hat eine erste Nennung im 16. Jahrhundert und einen Stammbaum ab ca. 1670.

Der Nürnberger Karl Zahn hat intensiv nach den ältesten Vorkommen des Namens gesucht und nur Einzelnennungen ab dem Jahr 1200 gefunden. Er sieht keinen Hinweis, dass der Name „Zahn“ von einem Ort ausgeht. Neben dem Bachgau gibt es einen frühen Nachweis in Überlingen am Bodensee, wo der Familienname „Zahn“ zwischen 1282-1546 bezeugt ist und zum Stadtpatriziat gehörte.

Der Familienname „Zahn“ ist seit dem 17. Jh. in Franken, der Oberpfalz, Württemberg, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und im Rheingau zwischen Wiesbaden und Boppard häufiger anzutreffen. Der Bachgau ist aktuell die einzige Region, wo der Namen ab 1350 bis heute durchgehend nachweisbar und dokumentiert ist.

Die Schreibweise des Namens war schon sehr früh „Zahn“, variiert in den historischen Unterlagen je nach Dialekt und Schreiber. Oft auch zwei Varianten zur gleichen Person oder Familie.

 

Das Treffen 1935 – Der Familienverband Zahn

 

Die Geschichte des Familientreffens von 1935 beginnt um das Jahr 1920. Unabhängig voneinander haben sich Karl Zahn (1883-1950) aus Essen und Franz-Jakob Zahn (1863-1928) aus Seligenstadt am Main schon seit der Jahrhundertwende mit der Erforschung ihrer Familie befasst. Karl Zahn traf bei einer Wanderung in den Pfälzer Bergen bei Dürkheim auf einen Pflaumheimer. Hier muß er wohl erfahren haben, das es in Pflaumheim zahlreiche Familien Zahn gab.  

Die Begegnung veranlasste ihn eine schriftliche Anfrage bzgl. seiner Vorfahren im Pfarramt von Großostheim zu stellen, wo kurz vorher auch Franz-Jakob Zahn  vorstellig geworden war. So kamen beide in Kontakt zueinander und ab dem 30. September  1923 gab es einen regelmässigen Briefwechsel. Damals war Franz-J. bereits durch eine schwere Krankheit eingeschränkt, trotzdem waren es 32 Schreiben, die er bis zu seinem letzten Schreiben am 2.11.1927 an Karl nach Essen sendete. Am 28.8.1928 verstarb Franz-Jakob ohne das Treffen der Zahn Familien miterlebt zu haben.   

Abb. rechts: Dr. Karl Zahn, Essen

Abb. links:

Franz-Jakob Zahn, Sippenforscher aus Seligenstadt / Main

 

Bereits in seinem ersten Brief von 1923 war es für Franz-J. ein Anliegen, das Stammkreuz der Familie Zahn von 1687 wieder herzustellen. Dies ist dem Initiator auch noch gelungen. Im Februar 1924 schieb er: „So bleibt dieses würdige und erhabene Denkmal erhalten, worauf wir und unsere Nachkommen für ein weiteres Viertel Jahrtausend stolz sein können“. Im November 1924 wurde das Kreuz wieder hergestellt. Den Kosten von 300 RM (Reichsmark) standen Spenden von 250 RM durch Zahn Familien gegenüber.

 

Abb. 8: Foto vom Sockel des Stammkreuzes  im Jahr 1935     

Aus der ersten Begegung hat sich ein „Kreis an Interessenten“ etabliert. In einem vorliegenden „Rundbrief Nr.2vom 1. Januar 1925 ist folgender Verteiler aufgeführt:

Ignaz und Josef Zahn, Salmünster – Dierkes R. Zahn, Soden – Caster, Cassel –  Christian Zahn, Kiel – Mehl, Niedererlenbach (Bad Homburg) – Josef Zahn, Bad Orb

Schwerpunkte in diesen ersten Jahren war die Stammbaumforschung, die im Wesentlichen durch Franz-Jakob vorangetrieben wurde. Karl hatte die Organisation übernommen und kümmerte sich in „Rundbriefen“ darum, die Interessenten auf dem Laufenden zu halten. In den Kirchenbüchern des Bachgau war man 1925 bereits bis 1641 vorgestoßen und hatte dort die Wurzeln des Johann Balthasar Zahn (1704-1776) gefunden, der in Fulda gestorben ist. Überrascht war die Runde auch über die zahlreichen alten Steindenkmäler, welche der Familie Zahn zugeordnet werden konnten sowie die damals noch aktiven Steinbrüche und Zahn Steinmetze.

Karl schreibt in seinem Rundbrief Nr.2 über die Wurzeln seiner Familie zurück bis ins 17. Jahrhundert im Bachgau. Er informiert über die Renovierung des Stammkreuzes und teilt erfreut mit, dass die Gemeinde einer Zurücksetzung des Stammkreuzes zugestimmt hat, sodass der gesamte Platz vor dem Kreuz liegt und dieses besser zur Geltung kommt – dies enspricht dem Zustand heute.

 

Abb. 32: Original Foto von 1935 – Warten auf den Zug nach Aschaffenburg am Bahnhof Pflaumheim-Wenigumstadt, nach dem Treffen von 1935.

 

Er schrieb auch über die 34 Pflaumheimer Zahn Familien, die zum Teil sehr arm waren und teilweise als Heimarbeiter für Aschaffenburger Kleiderfabriken arbeiteten. Trotzdem hatten sie die Renovierung des Kreuzes mit unterstützt. Er geht darauf ein, dass es nicht viele bürgerliche Familien gibt, welche ein solches historisches Denkmal aus dem 17. Jahrhundert haben.

Mit dem Tod von Franz-Jakob, haben sich die Aktivitäten wieder auf Karl Zahn und seinen Zweig der Familie beschränkt. So schreibt Karl Zahn: „… und seither hatte man vom Bachgau nichts mehr gehört, was auf ein Gemeinschaftsunternehmen der Sippe hingezielt hätte.“


Text: Arbeitskreis Familien Zahn / Bachgau

Bearbeitet: Herbert Rachor

 

 

 
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