Ferienspiele 2017

 

40 Kinder versetzen sich zurück in die Jungsteinzeit

 

 

 

Im Rahmen der diesjährigen Ferienspiele der Marktgemeinde Großostheim hatte am 12.8. auch der Geschichtsverein Pflaumheim die Kinder und Jugendlichen aus der Großgemeinde wieder eingeladen, um erneut den Beweis anzutreten, dass Geschichte keineswegs staubig und langweilig ist.

Regina Müller aus der Vorstandschaft des Geschichtsvereins hatte ein Team von 14 Helfern um sich geschart, welches den 40 anwesenden Kindern nach einer kurzen Einweisung an verschiedenen Stationen die Jungsteinzeit näher gebracht hat.

Die Kinder haben unter fachkundiger Anleitung von Frau Seibert-Hagl von der örtlichen Töpferei Hagl (Großostheimer Str. 5) tolle Exponate erstellt, die nun in der Töpferei getrocknet und gebrannt werden und ab ca. 20.9. im „Backes“ (Rathausstr.7) abgeholt werden können.

Es wurden Steinbeile erstellt und Steinzeitschmuck aus Naturmaterialien gebastelt. Dazu gehörte dann auch die entsprechende Gesichtskosmetik, die dann allerdings zum Teil doch recht neuzeitliche Züge hatte oder eher an die Kriegsbemalung von Indianern erinnerte.

 


 

Außerdem wurde ohne technische Hilfsmittel mit einfachsten Handinstrumenten Ur-Getreide gedroschen, entspelzt und zu Mehl gemahlen.

 

Das an offener Feuerstelle selbst gebackene Fladenbrot wurde von den Kindern dann genüsslich verzehrt.

Für das leibliche Wohl hatte der Geschichtsverein gesorgt und servierte neben neuzeitlichen Getränken auch eine delikate Steinzeitsuppe sowie Obst und Kuchen.

Da auch das Wetter am Samstag Nachmittag mitgespielt hat, kann die Ferienspielaktion des Geschichtsvereins Pflaumheim auch in diesem Jahr wieder als rundum gelungen bezeichnet werden.

Vorstand Wolfgang Krug bedankte sich am Ende bei allen Kindern, den zahlreichen Helfern und nicht zuletzt den Naturschutzfreunden Pflaumheim sowie der Pflaumheimer Ortsgruppe des Bayerischen Roten Kreuzes für die im und aus dem „Haus der Vereine“ zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten und Utensilien. Zudem sorgten einige Mitglieder des Roten Kreuzes durch ihre Anwesenheit dafür, dass nichts passieren und sich alle sehr sicher fühlen konnten.

Für Sachspenden wurden dem Natursteinbetrieb Zahn, der Töpferei Hagl und Herrn Arnold Koch herzlich gedankt, so dass letztlich kein Kind mit leeren Händen nach Hause ging und alle selbst gebastelte Erinnerungsstücke mit nach Hause nehmen konnten.

Der Geschichtsverein wünscht allen Kindern weiterhin schöne Ferien und lädt alle zusammen mit ihren Familien recht herzlich am Sonntag, den 10.9. zum Tag des offenen Denkmals ein, der in diesem Jahr mit einer tollen Ausstellung zum Thema „Heimschneider in Ploume“ verbunden ist.

 

Text: Peter Eichelsbacher, Bilder: Erich Mayer, Peter Eichelsbacher

Bearbeitet von Herbert Rachor

 

 
Ferienspiele 2016

Völkerwanderung

In diesem Jahr führte der Geschichtsverein Pflaumheim seine geschichtsbezogenen Ferienspiele unter dem Motto „Die Völkerwanderung“ durch. Zu Beginn wurde wieder eine Powerpoint Präsentation gezeigt, die viel Wissenswertes über die Völker vermittelte, die damals auf der Suche nach einer neuer Heimat waren und auch in unserer Gegend ihre Spuren hinterlassen haben. Danach konnten 25 Mädchen und Buben unter fachkundiger Anleitung handwerkliches Geschick beweisen um Gegenstände an zu fertigen wie sie die Menschen der damaligen Zeit zum überleben benötigten.

Das Ferienspielteam unter der Leitung von Regina Müller vom Arbeitskreis Frühgeschichte hatte mit großem Einsatz verschiedene Aktivitäten vorbereitet, wie das Herstellen von geschmiedeten Schmuckgegenständen, Halsketten, Holz- und Knochenbearbeitung, dem weben von Borten und der Bearbeitung von Ledertaschen und Gürteln, anfertigen von Dreibeinhockern aus Baumscheiben und Stangen sowie der Zubereitung von nahrhaften Speisen.

Für die Sicherheit der Kinder stand die Rot-Kreuz-Bereitschaft der Ortsgruppe Pflaumheim, bereit um bei eventuellen Verletzungen zu helfen, was aber nicht erforderlich war.
Bei diesem schönen und recht warmen Wetter stellte der Geschichtsverein für die Kinder ausreichend kühle Getränke gegen den Durst zur Verfügung.

Die von den Kindern selbst angefertigten Gegenstände zur Erinnerung an dieses schöne Erlebnis mit nach Hause nehmen.

Ein Dank an alle, die an der Vorbereitung und Durchführung der Ferienspiele mitgewirkt haben, den Spendern der benötigten Materialien, der Rotkreuzbereitschaft Pflaumheim und dem Naturschutzverein für ihre Mithilfe.

Wir freuen uns schon auf die Ferienspiele im nächsten Jahr!

 

Ferienspiele 2015

Muss Geschichte staubig sein, Kelten, Römer und Germanen

 

 

Zum dritten Mal hat der Geschichtsverein Pflaumheim durch seine Beteiligung an den Ferienspielen bewiesen, dass Geschichte keineswegs langweilig ist und jedes Zeitalter viele spannende und faszinierende Dinge zu bieten hat. Nach Jungsteinzeit und Bronzezeit war in diesem Jahr die Eisenzeit an der Reihe, eine Epoche die von Kelten, Römern sowie Germanen beherrscht wurde und um die es auch in den Comics von Asterix und Obelix geht.

Der Arbeitskreis Vor- und Frühgeschichte unter der Leitung von Regina Müller,  hatte den Nachmittag perfekt vorbereitet und die neugierigen Kinder und Jugendlichen kurzweilig und informativ auf die einzelnen Stationen vorbereitet. Anhand einer gut durchdachten Power-Point-Präsentation wurde unter anderem erläutert, wo die verschiedenen Bevölkerungsgruppen gelebt haben. Es wurde neben anderen Funden aus der Kelten- und Römerzeit auch ein Bild des berühmten Wenigumstädter Bocksbeutels gezeigt, der im mainfränkischen Museum in Würzburg bestaunt werden kann.

Nach der Präsentation ging die gesamte Gruppe von Station zu Station und es wurde jeweils erklärt, was die Kinder erwartet und wie sie sich dabei selbst betätigen können.

Nachdem sich die Kinder bei „Petrus Quercus Bachus“ angemeldet hatten und über die Möglichkeit informiert wurden, dort ihre selbst gebastelten Souveniere zu deponieren, konnten sie sich vor Ort gleich eine Wachstafel sichern und diese in der römischen Schule bei „Alphabeticus Multicultus“ mit dem selbst geschmiedeten Schreibgriffel mit Runen und römischen Ziffern beschriften. Bei „Latschuss Schlabbeflickus“ wurden Ledersandalen und Badelatschen angefertigt, die dann auch direkt angezogen und ausprobiert wurden. Keltische Münzen wurden bei „Regenbogenschüsselix“ angefertigt. Die Schreibgriffel zum Schreiben auf den Wachstafeln wurden bei „Hau drauf wie nix“ geschmiedet. Wie man zu Zeiten der Römer und Kelten Salz gesiedet hat, wurde bei „Versalznix“ gezeigt und ausprobiert. „Tranfunselix“ zeigte den Kindern wie man unter anderem aus Schneckenhäusern Talglichter erstellt. Kleine Keramikmosaiken konnten bei „Keramikus Zerdebberus“ gestaltet werden. Interessante Spinn- und Webarbeiten wurden bei „Verknuddelnix“ erstellt. Sehr schöne Blumenkränze konnten die Kinder unter Anleitung von „Flowerpowernix“ erstellen. Alte keltische und römische Spiele sowie entsprechende Literatur konnten bei „Leserattus Publicus“ ausprobiert und bestaunt werden.

Zum Glück gab es bei all den handwerklichen Aktivitäten keine Verletzungen so dass „Miraculix“ vom Ploimer roten Kreuz arbeitslos blieb.

Wie im Flug verging die Zeit und mit hartnäckigem Schellen der Ploimer Dorfschelle musste darauf aufmerksam gemacht werden, dass die zur Stärkung vorbereiteten Speisen (Wildschweinbratwurst, Schafskäse, Fladenbrot, Obst) fertig waren.

Bei Klängen einer keltischen Harfe konnten die Kinder das Essen genießen und sich gegenseitig sowie den inzwischen wieder eingetroffenen Eltern ihre gebastelten Werke präsentieren. Für die musikalische Unterstützung bedanken wir uns recht herzlich bei Christel Ballmann.

Der Geschichtsverein bedankt sich natürlich bei allen Mitwirkenden vor und hinter den Kulissen, dem Pflaumheimer Roten Kreuz und dem Naturschutzverein für das Bereitstellen der Räumlichkeiten und der Festgarnituren sowie bei den Film- und Fotofreunden für die fotographische Dokumentation.

 

Text: Peter Eichelsbacher, Bearbeitet von Herbert Rachor

 

Ferienspiele 2014

 

Kinder unternehmen mit dem Pflaumheimer Geschichtsverein eine Zeitreise

 

Wie mühevoll der Alltag in der Bronzezeit war, haben am Samstag über 30 Jungen und Mädchen bei den Ferienspielen des Pflaumheimer Geschichtsvereins erlebt. Zugleich entdeckten sie auf dem Hof des Hauses der Vereine aber auch, wie trotz dieser Bedingungen und einfacher Materialien und Instrumente schöne Dinge entstanden sind.

 

Beobachten und anpacken: Das konnten die Kinder bei den Ferienspielen des Pflaumheimer Geschichtsvereins.

 

Organisiert hatte die Zeitreise der Arbeitskreis Frühgeschichte des Geschichtsvereins. Regina Müller und Karl-Heinz Rohm hatten diesen Tag mit viel Sachkunde vorbereitet. Unterstützt wurden sie von vielen Vereinshelfern, die Materialien, Räume und Pavillons bereit stellten. Der Regen hörte aber zu Beginn der Veranstaltung auf und das hielt sich bis zum Ende des Tages.

Nach einem Vortrag von Regina Müller über das Leben in der Bronzezeit und die Funde aus Grabungen wie in Pflaumheim (»Die Dame von Pflaumheim«), Niedernberg und Wenigumstadt, schritten die Kinder zu praktischen Übungen. Unter fachkundiger Leitung konnten sie das Leben der Vorfahren nachempfinden und sich ein Bild von der damaligen Lebenswirklichkeit    machen.

So wurden alle Arbeitsgänge zur Erzeugung von Fladenbroten aus alten Getreidesorten wie Einkorn und Emmer vom Stampfen übers Mahlen bis hin zum Backen auf heißen Ziegelsteinen geübt; mit selbst hergestellter Butter und Kräutern wurden die schmackhaften Brote verfeinert.

Aus Heilkräutern wurden Salben hergestellt, die einen Einblick in die »Heilkunst« der damaligen Zeit gaben und die dann natürlich auch mitgenommen werden durften. Als Kontrast dazu zeigte die Bereitschaft des Pflaumheimer Roten Kreuz die heutige Behandlung von Verletzungen.

Gezeigt wurde die Verarbeitung von Wolle - vom Spinnen bis zur Herstellung von Geweben auf einfachen Holzrahmen. Auch Schmuck und Formteile aus Kupferdraht und -blech sowie aus anderen Materialien wurden - insbesondere von den Mädchen - mit Freude gefertigt und getragen. Auch das Entzünden eines Feuers mit Feuerstein und durch Reibung wurde erprobt. Die Herstellung von Bögen aus Eibenholz und anderen Jagdwaffen wie Pfeile, Speere und Messer aus Bronze wurde gezeigt und erklärt.

 

Als besonderer Höhepunkt wurde das Gießen von Werkzeugen und Schmuckgegenständen aus Bronze vorgeführt, was insbesondere bei den Buben großen Anklang fand.


Dazu hatten zwei Vertreter der Darmstädter Werkburg, die sich der experimentellen Archäologie verschrieben hat, einen Schmelzofen und die für den Guss erforderlichen Werkzeuge und Formen mitgebracht, die eine Vorführung mit mehreren Abgüssen möglich machte. Der Aufwand lohnte sich, die Kinder waren vom Anblick der bei über 1000 Grad Celsius in die Formen gegossenen Bronzeschmelze begeistert. Kommentare wie »Das sieht ja aus wie flüssige Lava!« waren zu hören.
Die Gussformen aus gebranntem Lehm, Speckstein und besonders aus Hösbachit, einem in der Hösbacher Gemarkung gefundenen speziellen Stein, wurden anhand von Mustern vorgeführt und ausführlich erklärt.

Für die Ferienspiele im kommenden Jahr ist eine Reise in die Eisenzeit geplant.

 

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Text: Peter Locker, Bilder. Peter Locker, Erich Maier

Bearbeitet von Herbert Rachor

 

 

Zurück in die Steinzeit


Ferienspiele: 40 Kinder erleben beim Geschichtsverein Pflaumheim, wie schweißtreibend der Alltag früher war

 

7500 Jahre vor unserer Zeit: In die Jungsteinzeit hat der Geschichtsverein Pflaumheim 40 Ferienkinder geschickt. Stilecht führte Regina Müller, in deren Verantwortung auch die Planung und die Organisation der Veranstaltung lag,  mit Hut und Bussardfeder bei den Ferienspielen zunächst theoretisch in die Epoche ein, bevor es beim Feuermachen, Brennen, Mehlmahlen und Schleifen schweißtreibend wurde.

Pflaumheim war für diese Veranstaltung der passende Ort, ist er doch wie der gesamte Bachgau mit der Jungsteinzeit und den Bandkeramikern verflochten. Zuletzt gab es in Wenigumstadt spektakuläre Funde aus der Rössner-Kultur, die im Bachgaumuseum zu sehen sind. Demnächst können die Kinder im geplanten Neubaugebiet Holzweg vor Ort archäologische Grabungen beobachten. Dort hofft das Landesamt für Denkmalpflege auf ähnlich gut erhaltene Funde.

Um aber Gefäße aus Ton und Lehm brennen zu können, brauchten die Jungsteinzeitmenschen Feuer. Samuel und Marcello drehten im Ferienprogramm mit Eifer Holz auf Holz, um durch Reibung Heu zum Qualmen zu bringen. Doch diese Technik will ebenso gelernt sein, wie das Schlagen mit den Feuerstein, bei dem ein Funke den Zunder (getrockneter Baumpilz) zum Brennen bringen sollte.

 

 
 
Zurück in die Jungsteinzeit: Marcello und Samuel (von links) bemühten sich bei den Ferienspielen Feuer durch Reibung zu erzeugen.

 

Aber alle Mühe war vergeblich. Das Lagerfeuer wurde mit einem Feuerzeug entzündet. Darüber waren Niklas, Yannick und Kevin froh, denn sie wollten in vorgeformte Holzkörper eine Höhlung mit Kohle brennen, um ein Trinkgefäß herzustellen. Da musste so kräftig geblasen werden, dass die Augen vom Rauch tränten. Kevin kam der Glut zu nahe und verbrannte sich die Finger. Zum Glück war ein Eimer Wasser in der Nähe.
An sieben Stationen konnten sich die Kinder betätigen. In kürzester Zeit waren die Geschlechter wie in der Steinzeit getrennt: Die Buben kümmerten sich ums Feuer und das Fertigen von Streitäxten, während die Mädchen die Schmuckherstellung aus Naturmaterialien, das Stampfen des Getreides und das Backen eines Fladenbrots bevorzugten.

Beim Herstellen von Mehl trennten Hanna und Anna Marie zunächst die Spreu vom Weizen, ehe die Körner mühsam zwischen zwei Steinen mit der Hand gemahlen wurden. Für ein Fladenbrot reichte das nicht. Die Vereinsmitglieder hatten Dinkelmehl mitgebracht, um einen Teig zu rühren und zu kneten. Dazu gab es einen vegetarischen Eintopf aus Möhren, Porree und Pastinaken, denn Kartoffeln kannten die Menschen damals noch nicht. Die steinzeitliche Kost kam bei den Kindern gut an.

Doch mit Gemüse war es auch vor 7500 Jahren nicht getan: Wie einst die in der Jungsteinzeit erstmals sesshaften Bauern rüsteten sich die Jungen für die Jagd. Vorsitzender Robert Hock hatte Schäfte mitgebracht, so dass nur noch der Keil mit Eifer geschliffen werden musste. Die damals gängigen Lanzen mit scharfen Feuersteinspitzen und Streitäxte ermöglichten die Jagd auf eine größere Entfernung.

Vom Erfolg des erlebnisreichen Nachmittags kündete dann der summende Ton eines durch die Luft geschwungen Schwirrholzes.

 

Text und Foto Berd Hilla, Bearbeitet von Herbert Rachor

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